HELFERKREISE SIND WICHTIGER PARTNER BEI DER JOBINTEGRATION VON FLÜCHTLINGEN

Dr. Georg Strasser, Team Arbeit & Bildung in Breitbrunn, Feb 2016

Auf einer Podiumsdiskussion, veranstaltet von der Gemeinde Herrsching zum Thema Arbeitsintegration von Flüchtlingen, wurde die aktuelle Lage in Herrsching und im Landkreis Starnberg besprochen. Das Podium war hochkarätig besetzt mit dem Vorsitzenden der IHK im Landkreis Starnberg und 2 weiteren Spezialisten der IHK und der landkreisweiten Gesellschaft für Wirtschaftsförderung GfW. Die Asylhelfer in Herrsching wurden vertreten durch Dr. Georg Strasser, Mitglied der Leitung des Fachteams Arbeit im lokalen Helferkreis.

Das Podium war sich darüber einig, dass ein Spagat geschafft werden muss: Asylbewerber haben in der Regel tatsächlich geringe Sprachkenntnisse. Ihre Ausbildung und ihre Vertrautheit mit europäischem Geschäftsgebaren muss in den meisten Fällen noch entwickelt werden. Andererseits können Unternehmen ihre Anforderungen kaum herunterschrauben, denn die Kunden wollen die gewohnte Leistung sehen – wie bisher auch. Daraus entstehen Aufgaben, die uns noch einige Zeit begleiten werden. Wir brauchen Zeit und wir brauchen ein Konzept in machbaren Schritten.

Die IHK sowie auch Handwerkskammern und Innungen überlegen derzeit intensiv, wie sie die Integration beschleunigen können. Eines der Hauptergebnisse der Diskussion war es, dass hier die Helferkreise noch deutlich besser als bisher in die Konzepte eingebunden werden müssen. Sie müssen Angebote von Behörden und Verbänden den Flüchtlingen persönlich erläutern, sie müssen beraten, sie müssen motivieren. Sie sind quasi „DER VERTRIEB“ von Arbeitsagentur und Kammern für deren Leistungen, von denen ein Asylbewerber auf andere Weise ja kaum erfährt.

Die Diskussion ging ferner auch um die Frage des richtigen „Weges“ eines Asylbewerbers in unseren Arbeitsmarkt. Für Deutsche und EU-Bürger ist die erste Stufe normalerweise die BERUFSAUSBILDUNG. Deren Stellenwert ist bei Asylbewerbern aber anders. Sie kommt erst später in der Regel. Die Devise heißt: Erstmal 1 EUR JOB, erstmal einige Praktikas, ganz langsam, schrittweise, aber stetig beginnen und sich soweit entwickeln, dass man einen stabilen Helferjob ausfüllen kann. Nach einigen Jahren ist dann eine Ausbildung tatsächlich angesagt.

Podiumsteilnehmer und Gäste waren sich am Ende einig, voneinander viel gelernt zu haben. Die Veranstaltung war ein Erfolg. Die Ergebnisse dürfen und müssen nun an die Herrschinger Unternehmer herangetragen werden.