Der Helferkreis Breitbrunn informierte über „seine“ Flüchtlinge

Breitbrunn, 15.03.16 – „Ich heiße Muhammad und komme aus Aleppo”. So stellte sich – in durchaus verständlichem Deutsch – einer der etwa 10 jungen Männer aus der Seestraße beim Informationsabend des Breitbrunner Helferkreises vor, kurz nachdem sie in die Unterkunft für Asylbewerber in der Seestraße eingezogen waren. Alle vom Helferkreis freuten sich über das zahlreiche Erscheinen interessierter Bürger im entsprechend rappelvollen Gastraum des Gasthofes „Seestern“ im Herzen von Breitbrunn.

 

Viel wurde berichtet über die Gegebenheiten in der Seestraße. Und nach dem offiziellen Teil nutzten viele Breitbrunner Bürger die Gelegenheit, mit den neuen Bewohnern im Dorf erste Kontakte zu knüpfen. Viele der einheimischen Gäste interessierten sich auch für die Möglichkeit, sich zukünftig persönlich zu engagieren. Denn das hilft nicht nur den Asylbewerbern, sondern kann auch eine große Bereicherung für jeden Einzelnen sein. Möglichkeiten zu helfen, gibt es viele. Der Helferkreis ist in „Abteilungen” organisiert. Es gibt Leute, die sich als persönliche „Paten“ um die Integration der Asylbewerber in unser Leben in Deutschland und ins Dorfleben kümmern. Andere geben Sprachkurse oder engagieren sich im Bereich Sport. Vermittlung in Arbeit ist Aufgabe einer weiteren Gruppe, sowie die Rechtsberatung und die Kommunikation. Denn der Kontakt zum Dorf, die beständige Information, liegt allen sehr am Herzen.

Wie nötig dies ist, erwies sich dann auch gleich in der Veranstaltung selbst. Es wurde diskutiert, auf welche Weise Asylbewerber ins bevorstehende Osterfest „integriert“ werden können. Da gab es durchaus mehr als eine Meinung. Hermann Breitenberger, ein echtes Breitbrunner Urgestein, brachte es auf den Punkt: „Nach dem Krieg kamen nach Breitbrunn etwa 300 Flüchtlinge. Das waren fast so viele wie damals die Einheimischen. Wir haben das gut geschafft, weil die Menschen sofort überall mitgearbeitet haben”.

 

Und auch wenn sich die Zeiten heute geändert haben, ist ein Grundsatz geblieben: Das Beste ist, wenn man in einem Dorf nicht nebeneinander, sondern miteinander lebt. Die Helferkreise in Herrsching und Breitbrunn organisieren dieses Miteinander sehr engagiert und so gut es geht. Jeder, der sich interessiert, jeder der sich sorgt, jeder der sich kümmern will, darf sich „überwinden“ und mithelfen. Nur so entsteht Kontakt und jeder weiß, wovon er oder sie redet. Man gestaltet, wo andere nur beobachten.

 

Details zu den Hilfsmöglichkeiten sind nachzulesen auf der Website www.asyl-hb.de. Oder man geht zu einem der Stammtische des Helferkreises, der einmal monatlich stattfindet. Und auch solche Info-Treffen wie das im Wirtshaus Seestern wird es wieder geben. Denn so geht die Entwicklung in Breitbrunn einen guten Weg – bis einer unsere neuen Mitbürger vielleicht schon bald von sich sagt: „Ich bin Muhammed und komme aus Breitbrunn.“.