ZUSAMMENLEBEN IN BREITBRUNN

Derzeit wohnen 69 Flüchtlinge im umgebaute Schwesternheim des Klosters in der Seestraße, davon 14 Kinder. Das Zusammenleben hat sich – mit Höhen und Tiefen – eingespielt. 22 unserer Schützlinge haben bereits eine positive Nachricht auf ihren Asylantrag erhalten, zwei haben einen Ablehnungsbescheid erhalten und die anderen Bewohner warten derzeit noch auf die Bearbeitung ihres Asylantrags und den persönlichen Termin zum Vorsprechen beim BAMF.

Die hohe Anzahl der Anerkennungen verschiebt nun die Gesamtsituation und Herausforderungen, mit denen die Flüchtlinge und wir Helfer konfrontiert sind. Ein anerkannter Flüchtling hat offiziell das Recht, noch drei Monate in einer Asyleinrichtung weiter zu wohnen, anschließend muss er sich selber eine Wohnung suchen. Wie wir alle wissen, stellt dies ein großes Problem dar, da es kaum bezahlbaren Wohnraum in unserer Umgebung gibt.

Ihre finanzielle Unterstützung erhalten sie ab diesem Zeitpunkt der Anerkennung vom Jobcenter im Rahmen der Hartz IV Gesetze. Sie sind damit verpflichtet, zumutbare Arbeit aufzunehmen und sich mehrmals wöchentlich zu bewerben.

Wie das Zusammenleben in Breitbrunn aussieht und was wir bereits erreicht haben:

  • Alle anerkannten Flüchtlinge müssen einen 6-monatigen Integrationskurs besuchen, der sie mit unseren gesellschaftlichen Gegebenheiten in Deutschland vertraut macht. Dazu gehören auch verpflichtende Sprachkurse, die meist auch gern besucht werden.
  • Die Integration läuft bei manchen Geflüchteten sehr gut. Immer öfter ist aus ihren Reihen ein fröhliches „Servus“ oder „wie geht’s“ zur Begrüßung zu hören!
  • Die meisten erwachsenen Männer gehen inzwischen einer Beschäftigung nach. Sei es als 450 Euro oder 1 Eur Jobber, Praktikant, Lehrling oder auch in Festanstellung. So arbeiten zwei Asylbewerber in einer Festanstellungen in Breitbrunner Unternehmen und drei in Lehrstellen, nachdem sie ein erfolgreiches Praktikum absolviert haben. Hier gilt unser Dank vor allem den Firmen, die den Geflüchteten mit einem Arbeitsplatz eine Chance geben.
  • Das neue Kindergarten- und Schuljahr für alle gut gestartet. Sechs Kinder aus der Seestraße besuchen inzwischen den Breitbrunner Kindergarten. Alle anderen elf Kinder und Jugendliche gehen in die entsprechenden Schulen in Herrsching oder München.
  • Viele der Kinder und Jugendliche würden inhaltlich im Unterricht gut mitkommen – allerdings ist das für die meisten aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse immer noch schwierig. Um dies zu verbessern, plant das Sprachteam des Helferkreises nun eine tägliche Hausaufgabenbetreuung in der Seestraße, die von Mo – Do zwischen 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr stattfinden soll  (je nachdem ob Grund- oder Berufsschule). Wenn Sie uns hierbei unterstützen möchten, wäre das großartig! Sie brauchen dazu keinerlei pädagogische Ausbildung, es reicht, wenn Sie Kinder mögen und etwas Geduld mitbringen. Auch ältere Schüler, Studenten oder Rentner, die ein bis zwei Stunden pro Woche Zeit haben, sind herzlich willkommen… jeder kann helfen! Bitte melden Sie sich einfach bei Elisabeth Finkh elisabeth@finckh.net.
  • Ziel aller Maßnahmen ist immer die Hilfe zur Selbsthilfe, denn unsere neuen Mitbürger sollen sich zunehmend selbst bei uns zurechtfinden.
  • Einige Asylbewerber besuchen regelmäßig die Herrschinger und den Breitbrunner Sportverein.
  • Als Familien-Nachzug kamen zwei neue Familien aus dem Irak und Syrien.
  • Die schlechte Anbindung an das öffentliche Verkehsnetz stellt insbesondere im Winter wieder eine Herausforderung dar. Die Schützlinge werden jedoch – solang möglich – mit dem Fahrrad nach Herrsching fahren.
  • Es ist sehr erfreulich, dass fünf unserer Asylanten ein Zimmer oder eine Wohnung in Breitbrunn gefunden haben – sie sind sehr dankbar darüber. Interessant zu wissen ist dabei, dass der Flüchtling immer selber Mieter ist, die Mietzahlungen jedoch über das Jobcenter abgesichert sind. Gerne gibt Ihnen Sonja Hills helferkreisbreitbrunn-alltag@web.de genauerer Informationen hierzu, falls Sie Wohnraum zu vermieten haben.
  • Ein Highlight des ersten Jahres war das große Sommerfest im Garten der Seestraße, das an einem sonnigen Samstag-Nachmittag im Juli bestens besucht war. Hier trafen sich Flüchtlinge und viele Breitbrunner Bürger bei vielen typischen kulinarischen Köstlichkeiten aus allen möglichen Ländern bei Musik bis spät in die Nacht…

Je mehr wir mit der Integration unserer neuen Mitbürger vorankommen und je mehr von ihnen Arbeit finden und ihren Alltag zunehmen selber organisieren können, umso mehr stellen wir auch eine positive Veränderung der allgemeinen Stimmung in der Seestraße fest. Melden Sie sich bei uns unter info-breitbrunn@asyl-hb.de, wenn Sie ein Stück dieses Weges mit uns gehen wollen, und das Zusammenleben in unserem Ort mit gestalten möchten.